Rennrad- und Fahrradbrille – worauf sollte man achten?

Fahrradbrille auf dem RennradBei der Anschaffung einer Rennrad- oder Fahrradtourbrille sind einige Bases stets zu berücksichtigen – nur so ist eine lange Lebensdauer der Brille und allezeit eine sichere Fahrt gewährleistet. Nicht nur die Optik der Brille soll ausschlaggebend für den Kauf eines bestimmten Modells sein. Auf was vorrangig zu achten ist, wird im Folgenden erklärt.

Beschaffenheit der Gläser/Schutzstufe

Die Gläser von Sportbrillen werden aufgrund ihrer Lichtabsorbtion in 5 Stufen eingeteilt: Von ganz hell (Lichtabsorbtion 0-20%) bis ganz dunkel: Kategorie 4 (Lichtabsorbtion 92%-97%). Während in der Kategorie 0, also 0-20% die Brille mehr für den Insekten- und Windschutz gedacht ist, geht es im Straßenverkehr oder auf Radwegen doch mehr darum, einen guten Filter zu haben. Einige Brillenmodelle verfügen über Inserts, um geschliffene Gläser der jeweiligen Sehstärke einzusetzen. Auch die Schweißbremse dient der Sicherheit, und soll ein Eindringen von Schweiß in den Augen- und Sichtbereich verhindern. Der Seitenschutz, der vor allem bei Rennradfahrern (tränende Augen bei hoher Geschwindigkeit!) sehr wichtig ist, kann bei einigen Brillenmodellen abgenommen werden.

Die Farbe der Gläser

Während der UV-Schutz ein absolutes Muss einer jeden Fahrradbrille ist, gestaltet es sich mit der Farbe der Brillengläser anders: Hier entscheidet Geschmack und Vorliebe des Radlers. Allerdings muss man dazu wissen, dass die einzelnen Farben doch eine Wirkung auf die Umgebungswahrnehmung haben. Blaue Brillengläser bilden zwar einen guten Kontrast, führen aber zu einem kalten Sehergebnis. Graue Gläser sind ideal: Sie verändern das Sichtbild kaum, deswegen befinden sich auch im Sortiment von Autoherstellern wie bei Audi beispielsweise hauptsächlich Graue Brillengläser. Gelbe Gläser sind optimal beim Rennrad fahren; schnell wechselnde Sichtverhältnisse, Nebel, oder nasse Fahrbahn wird durch das Sichterleben fast vollständig neutralisiert. Braune Brillengläser besitzen eine große Farbtreue und eignen sich ebenfalls besonders gut als Begleiter im Radsport. Dank des angenehmen Farbspektrums kommen braune Brillengläser auch bei den meisten Sonnenbrillen zum Einsatz. Rein weiße Rennrad- und Fahrradtourbrillen sind eher selten – sie sind zum Sonnenschutz und zum Schutz vor Streulicht ungeeignet.

Funktionalität

Folgende Eigenschaften sollte jede teure Fahrradbrille mitbringen:

  • Polarisierende Gläser verhindern Kopfschmerzen und ein unangenehmes Sichtempfinden bei nasser Fahrbahn oder anderem Streulicht-Aufkommen.
    • Phototrope Gläser wandeln sich von hell nach dunkel oder umgekehrt in einer Anpassungszeit von etwa 28 Sekunden – das heißt mit anderen Worten: Es sind Brillengläser, die sich selbst den Lichtverhältnissen anpassen.

Passform und Sitz einer Fahrradbrille

Fahrradbrille im WettkampfEine Rennrad- oder Fahrradbrille darf auf gar keinem Fall rutschen – ein guter Halt ist nicht nur bequem, er garantiert die Sicherheit der Tour. Eine schlecht sitzende Brille kann zu einem schlimmen Unfall führen. Einige Hersteller bieten auch spezielle Sportbänder an, welche die Brille ganz nah am Gesicht fixieren. Auch die Bügeleinstellung soll einen absolut perfekten Sitz sicherstellen: Manche Fahrradbrillenmodelle können vorne am Gelenk bereits eingestellt werden. Auch die Gläserkrümmung ist wichtig, vor allem dann, wenn der Sportler eine bestimmte Sehstärke hat, und per Insert Sichtgläser hinter den Brillengläsern befestigen muss. Der Seitenschutz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei Sportbrillen: Er filtert Streulicht. Stört er, oder engt das Sichtfeld ein, ist eine Brille mit abnehmbarem Seitenschutz anzuraten. Die Fahrrad- oder Rennradbrille ist immer in der untersten Sitzposition am Fahrrad zu testen: Oft stören die oberen Bügel. Der Biker muss sich auch entscheiden, ob er einer Vollrandbrille gegenüber einer randlosen oder teilberandeten Fahrradbrille den Vorzug gibt.

Pflege

Eine Sportbrille soll immer in dem Etui, in dem sie gekauft wurde, verwahrt werden. Das Glas einer Fahrradbrille ist bruchsicher und kratzfest – damit das gute Stück auch lange einen optimalen Dienst tun kann, ist zu beachten, dass niemals ein Taschentuch bei der Reinigung des Brillenglases zur Verwendung kommen sollte: Der Zellstoff wirkt wie Schleifpapier! Leichte Verschmutzungen können einfach mit Wasser gereinigt werden, für Fingerabdrücke können auch eigene Brillenputztücher zur Verwendung kommen. Zudem sollten Fingerspuren immer sofort beseitigt werden, da diese sonst eventuell durch die Sonneneinwirkung ins Brillenglas eingebrannt werden können, und sich dann nicht mehr lösen lassen!

 

Viel Freude beim Aussuchen Ihrer Rennrad- oder Fahrradbrille!

(Bildmaterial:  © Tour De Suisse 2014 Heiden (Harald Schnitzler/Flickr, CC BY 2.0)


© ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim (Bad Kleinkirchheim/Flickr, CC BY 2.0))

Ein Gedanke zu „Rennrad- und Fahrradbrille – worauf sollte man achten?

  • Donnerstag, der 11. August 2016 um 11:58
    Permalink

    Hallo,
    Fahrradbrillen sind ein wichtiges Thema und meiner Meinung nach sollte jeder ernsthafter Radsportler auch eine Fahrradbrille besitzen. Preislich muss man sich natürlich entscheiden, was man bereit ist ausgeben. Dort ist dem ganzen ja auch fast keine Grenzen gesetzt. Dein Bericht macht aufjedenfall super deutlich, worauf man beim Kauf einer Fahrradbrille achten sollte. Danke!
    Gruß

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