Radfahren in Indien

Radfahren in Indien
Radfahren in Indien

Für die meisten passen Radfahren und Indien sicherlich nicht zusammen: Indien, das Land mit dem chaotischen Verkehr, einer hohen Luftverschmutzung und so vielen Menschen. So manch einer mag da denken, dass Fahrradfahren in Indien wohl eher einem Selbstmordversuch gleicht! Doch stellt man die Sache tatsächlich richtig an, kann eine Radtour durch Indien eines der großartigsten Erlebnisse werden und zugleich die beste Art, Indien zu entdecken. Ich selbst lebe in Indien (in Manali, einem Bergort im indischen Teil des Himalajas) und bin fast ausschließlich mit meinem Mountainbike unterwegs. Das hält mich nicht nur fit, sondern gibt mir einen wundervollen Einblick in den Alltag der Inder und zeigt mir die landschaftlich reizvollsten Plätze.

Radfahren in Indien

Mehrmals im Jahr plane ich Fahrrad-Touren  zu bestimmten Gebieten Indiens, um dort Land und Leute kennenzulernen! Oft handelt es sich dabei um ein- bis zweiwöchige Touren, die mehr oder weniger intensiv sein können. Natürlich würde ich eine solche Tour nicht durch die indischen Großstädte planen. Meiner Meinung nach sollte man bei seiner Reise durch Indien, eh versuchen, Indiens Mega-Städte zu meiden, ob man nun mit oder ohne Rad reist. Oft sind sie einfach nur anstrengend, laut und verschmutzt. Viel interessanter und schöner sind Indiens ländliche Regionen, die nicht nur eine unglaubliche naturelle Vielfalt bieten, sondern zugleich einen tiefen Einblick in Indiens traditionelle Kulturen geben.

Faszinierendes Indien

Eines der schönen Dinge, bei einer Reise durch Indien, ist Indiens Diversität. Jeder Staat, jeder Landesteil unterscheidet sich stark von seinen Nachbarn. Da gibt es die hohen Berge des Himalajas mit seinen kleinen hinduistischen Bergdörfern, buddhistischen Klöstern und ladakischen Nomaden. Im zentralen Teil Indiens kommt die Wüste Tharr in Rajasthan. Während hier die Landschaft relativ karg ist, sind die Menschen mit ihren farbenfrohen Saris und Turbanen umso bunter! Reist man noch weiter südlich, hat man Palmen, Gewürzplantagen und ganz viel Strand! Nach meiner Erfahrung ist es viel lebendiger und faszinierender diese Gegenden mit dem Fahrrad, anstatt mit dem Auto zu bereisen.

Abseits der Touristenpfade

Radfahren in Indien
Radfahren in Indien

Na klar, mit dem Fahrrad kommt man nicht so schnell voran, aber genau das macht den Reiz bei dieser Art der Reise aus: Ganz schnell kommt man in den Kontakt mit Einheimischen, gelangt in Gegenden abseits der Touristenpfade und kann Indien mit allen Sinnen genießen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist natürlich die sportliche Aktivität! Zu den schönsten Fahrradreisen in Indien zählt die Fahrradtour durch Kerala. Auf kleinen Straßen geht es von der Hafenstadt Kochin hoch hinauf auf knapp 2000 Meter nach Munnar in die Westghats. Hier fährt man erst durch die Teeplantagen und dann weiter durch Kardamon-, Ananas- und Bananenplantage bis man zum Naturreservat Periyar gelangt. Hier kann man auf Elefantensuche gehen oder diverse Gewürzplantagen besuchen.​ Dann geht es hinab zu den sogenannten Backwaters (ein riesengroßes Kanalsystem mit vielen Inseln), wo schon das Hausboot wartet. Nach einer ruhigen Nacht auf dem Hausboot geht es weiter – immer entlang der Küste – zurück nach Kochin.

 

Eine Tour eines ganz anderen Kalibers ist die neuntägige Mountainbikingtour auf dem 600 km langen Manali Leh Highway, der zweithöchsten Straße der Welt! Man fährt über fünf Berg- Pässe (zwei davon über 5000 Meter hoch) bis in das buddhistisch geprägte Ladakh, eine Hochgebirgswüste! Ein wahres Erlebnis für ambitionierte Fahrradsportler!
Mittlerweile werden die Inder selbst zu passionierten Fahrradfahrern und sind dabei, ihr eigenes Land mit dem Fahrrad zu entdecken!

 

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Sarah Appelt lebt seit 6 Jahren in Indien und organisiert vor Ort Trekking, Fahrrad- und Yogareisen. Mehr Informationen zu ihren Reisen kann man auf ihrer Webseite www.chalo-reisen.de finden. Copyright Bilder von Radfahren in Indien auch Sarah Appelt.

Ein Gedanke zu „Radfahren in Indien

  • Mittwoch, der 30. März 2016 um 22:26
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    Ein schönes Land wenn man weiß wo man dort mit dem Rad reisen kann.

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